Deutsche Meisterschaft

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An Deutscher Meisterschaft teilgenommen

Die Welt von oben sehen: Kantor Sebastian Bethge liebt das Segelfliegen

 

Bad Hersfeld. Wenn Sebastian Bethge nicht gerade in die Tasten der Orgel greift oder einen Chor dirigiert, dann geht er gerne in die Luft. Bethge ist ein begeisterter Segelflieger – und ein erfolgreicher noch dazu. Er hat jetzt an den Deutschen Meisterschaften in Stendal teilgenommen.

„Da oben zu sein ist einfach toll“, schwärmt Sebastian Bethge vom Fliegen. Der Alltag sei weit weg und man habe einen ganz anderen Blick auf die Welt, müsse aber gleichzeitig sehr konzentriert sein, um sich und andere nicht zu gefährden. Sebastian Bethge ist fasziniert davon, hunderte von Kilometern ohne zusätzliche Energie durch die Lüfte zu gleiten, landschaftliche Schönheiten zu entdecken und mit den Elementen zu spielen.

Doch ehrgeizig ist er auch. Einfach nur zu fliegen, war ihm zu wenig. Er nahm an mehreren Wettbewerben teil und sammelte dabei so viele Punkte, dass er sich für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren konnte. Als Nachrücker zwar und ohne Aussichten, vorne mitzufliegen, räumt Bethge ein, aber immerhin: Zwei Wochen lang konnte er sich mit den besten Fliegern in Deutschland messen. 105 Teilnehmer waren am Start in drei Klassen. „Mein Ziel war es, überhaupt mal zu den Deutschen Meisterschaften zu kommen und dann nicht Letzter zu werden“, sagt Bethge. Beides habe nun geklappt.

 

Unheimlich viel gelernt

„Dabei habe ich unheimlich viel gelernt“, berichtet Bethge von seinen Erfahrungen. Zu sehen, wie es die anderen machen, wie sie Geschwindigkeit gewinnen und die Thermik nutzen, das sei sehr eindrucksvoll gewesen, erzählt er.

Mit der Fliegerei kam Sebastian Bethge schon in seiner Jugend in Kontakt. Sein Vater war Segelflieger.

Er selbst nahm erstmals während seines Studiums in den Semesterferien an einem Schnupperkurs teil und merkte sehr schnell, wieviel Spaß ihm das Fliegen macht. „Die Sommerferien habe ich dann immer auf dem Flugplatz verbracht“, erzählt er.

Heute bleibt ihm nur wenig Zeit zum Fliegen. So 40 bis 60 Stunden im Jahr, sagt Bethge. Um richtig erfolgreich zu sein, wäre das Dreifache gut. Aber da er als Kantor einen Beruf hat, der ihn auch an den Wochenenden bindet und Segelfliegen im Verein vor allem am Wochenende stattfindet – damit einer fliegen kann, müssen mehrere andere auf dem Platz sein und mithelfen, um das Flugzeug in die Luft zu schleppen und im Tower für die Sicherheit zu sorgen, zum Beispiel. Sebastian Bethge fliegt beim Mittelhessischen Verein für Flugsport in Sontra.

 

Viele Vorurteile

Sebastian Bethge macht gerne Werbung für sein luftiges Hobby, denn er weiß, dass es dazu viele Vorurteile gibt: Teuer und gefährlich. Das will Bethge so nicht stehen lassen. Da die Ausbildung im Verein geleistet werde, fielen dafür keine zusätzlichen Kosten an. Der Monatsbeitrag liege für Erwachsene meist so zwischen 50 und 60 Euro im Monat, für Jugendliche deutlich darunter. Geflogen werden könne mit Vereinsmaschinen. „Segelfliegen ist so gefährlich, wie es der Pilot macht“, betont Bethge. Grundsätzlich sei es in der Luft sehr sicher.

 

Quelle: https://www.hersfelder-zeitung.de/bad-hersfeld/welt-von-oben-sehen-kantor-sebastian-bethge-liebt-segelfliegen-8556966.html